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23 Grabplatte Elisabeth v. Berge

Die Grabplatte aus schwarzem Marmor und Alabaster erinnert an die Essener Äbtissin Elisabeth von Berge (amt. 1581–1614). Ursprünglich lag sie auf dem aus vier Seitenplatten bestehenden, kastenartigen Hochgrab (Tumba) der Äbtissin als Deckplatte auf. Der Grabaufbau der Äbtissin befand sich im letzten Joch vor dem Querhaus. Die Platte wurde im 19. Jahrhundert senkrecht in die Außenwand des Münsters eingebaut. Sie wurde von Elisabeths Bruder Heinrich in Antwerpen in Auftrag gegeben.
Elisabeth trägt Kopfhaube, Rüschenkragen, Reifrock und schwarzen Mantel, also die Chorkleidung der Essener Stiftsfrauen. Ihr Kopf ruht auf einem Kissen, die Augen sind geschlossen und die Hände wie zum Gebet über der Brust zusammengeführt. Über ihrem Haupt ist ihr Familienwappen, seitlich sind die Wappen der Ahnen angebracht. Wie die umlaufende Inschrift sollen die Wappen ihre adlige Abstammung unterstreichen, die Voraussetzung für eine Aufnahme in das Essener Stift war.
Entgegen den Vorschriften wählte man mit Elisabeth keine Äbtissin aus dem Kreis der zu dieser Zeit protestantischen Stiftsfrauen, sondern eine stiftsfremde, aber katholische Adlige. In der Folgezeit wurden nur noch katholische Stiftsdamen aufgenommen.
Die durch Elisabeths Räte herbeigeführte Rekatholisierung des Essener Frauenstifts schien gefährdet, als Elisabeth ihren Jugendfreund Floris II. von Palant, Graf von Culembourg, am 2. Februar 1614 in Essen empfangen wollte, da dieser einer der führenden Männer der protestantischen Generalstaaten war. Doch die Äbtissin verstarb unerwartet wenige Tage vor dem Besuch an Windpocken.