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Anbetungskirche St. Johann / Atrium

Die Johanniskirche wurde im 10. Jahrhundert, wahrscheinlich nach einem Brand im Jahre 946, errichtet und ging wohl auf eine Taufkapelle zurück. Das Patrozinium des hl. Johannes des Täufers ist typisch für Taufkirchen. Mit der Zunahme der Bevölkerung übernahm die Johanniskirche bald weitere Pfarrfunktionen, die in der Frühzeit noch in der Stiftskirche selbst angesiedelt waren (vor allem Gottesdienste, Taufen und Begräbnisse für die Bewohner der Stiftsimmunität und des darum gelegenen Ortes). Die zu St. Johann gehörende Pfarre umfasste die Stiftsimmunität, den Südteil der Stadt und das übrige Stiftsgebiet. Spätestens seit dem 13. Jahrhundert hatte St. Johann eine weitere Funktion: Sie wurde zur Kirche der am Frauenstift tätigen Priester (Stiftskanoniker, Kanonikerkapitel), die sich hier versammelten und ihren Chordienst leisteten.

Die Gestalt der ersten Johanniskirche ist nicht bekannt. Sie nahm vermutlich die Mitte des westlichen Atriumbereichs ein. Im 11. Jahrhundert wurden Atrium und St. Johann neu errichtet. Einem Umbau im 13. und 14. Jahrhundert folgte im 15. Jahrhundert der Neubau der jetzigen Hallenkirche mit eingebautem, hohem Westturm. Der Bau wurde 1471 vollendet

Die Johanniskirche wurde 1943 stark beschädigt. Nach dem Krieg erfolgte ein rascher Wiederaufbau, bei dem man auf die drei parallelen Satteldächer der spätgotischen Kirche zugunsten eines großen verschieferten Walmdachs verzichtete. Die ursprünglichen Westportale wurden geschlossen und stattdessen im Norden und Süden zwei neue Zugänge geschaffen, die gemeinsam mit dem Zugang im Atrium den Kirchenraum erschließen.

Seit 1935 dient die Kirche als Anbetungskirche dem stillen Gebet vor dem in einer Monstranz ausgesetzten Allerheiligsten. In der Anbetungskirche ist werktags auch Gelegenheit zur Beichte. Täglich finden mehrere Gottesdienste statt.

 

Das Atrium mit den romanischen Bogengängen aus dem 12. Jahrhundert war der Verbindungshof zwischen den beiden Kirchen des Stiftes und zugleich Begräbnisplatz der Kanoniker. Diese wurden nach ihrem Tod in die Stiftskirche getragen, dort aufgebahrt und nach einer Totenmesse im Atrium bestattet – unter dem sich heute die Westkrypta als Grablege der Essener Bischöfe befindet.