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Domkirche Ss. Cosmas und Damian

Der Essener Dom, auch Münsterkirche oder Münster am Hellweg genannt, war von der Mitte 9. Jahrhunderts bis 1802 die Kirche des Essener Frauenstifts.

Die erste Kirche an dieser Stelle wurde um 850 errichtet und war ein dreischiffiger Bau mit Westvorhalle, Querhaus und dreiteiligem Chor. Sie wurde den hll. Märtyrern Cosmas und Damian sowie der Gottesmutter Maria geweiht. Nach einem Brand im Jahr 946 wurde die Kirche notdürftig wiederhergestellt und um eine Krypta erweitert. Um das Jahr 1000 begann Äbtissin Mathilde (amt. 971/3–1011) einen Neubau der Kirche. Zum einen wurde der bis heute erhaltene Westbau mit dem achteckigen Turm errichtet. Zudem wurde mit einer Erneuerung von Lang- und Querhaus begonnen. Äbtissin Theophanu (amt. 1031–1058) vollendete den ottonischen Kirchenbau, indem sie die Ostkrypta (Weihe 1051) und den Chor (Weihe 1054) bauen ließ.

Die zwischen 1246 und 1275 renovierte Kirche, deren Nord- und Südchor dabei gotisch erneuert worden waren, brannte im Jahre 1275 ab. In den folgenden Jahrzehnten entstand unter den Äbtissinnen Berta von Arnsberg (amt. ca. 1243–1292) und Beatrix von Holte (amt. 1292–1327) eine gotische Hallenkirche mit rechteckigem Hallenchor, in die ältere Baukörper wie Krypta, Westbau, Vierung und die untere Mauerzone der Langhauswände einbezogen wurden. Der Frauen- oder Gräfinnenchor als Empore für die Stiftsfrauen im nördlichen Querhaus entstand spätestens zu dieser Zeit. 1316 wurde die gotische Stiftskirche geweiht. Ein Jahrhundert später errichtete man einen großen Turm über der Vierung. Während im 16. und 17. Jahrhundert an der Münsterkirche nur kleinere Um- und Erweiterungsbauten vollzogen wurden, kam es von 1731 bis 1789 zu einer Barockisierung des Inneren.

Um 1880 erfolgte eine weitere umfassende Renovierung und eine Sicherung gegen Bergbauschäden.

1943 und 1945 wurde das Münster von Bomben getroffen und stark beschädigt. Noch während der Krieg andauerte, begann man mit dem Wiederaufbau. Es wurde ein Zustand wiederhergestellt, wie er im 14. Jahrhundert vorhanden gewesen war: gotische Hallenkirche mit den ottonischen Elementen Westbau, Krypta, Vierung und untere Mauerzone der Langhauswände.

Als mit der Bistumsgründung 1958 die Münsterkirche zur Kathedralkirche der neuen Diözese wurde, mussten die baulichen Gegebenheiten der neuen Funktion angepasst werden. Dies betraf vor allem den Chor. Das Mittelschiff des Chores wurde in die Vierung hinein nach Westen verlängert, der Eingang in die Krypta in die Seitenschiffe verlegt. Die neu geschaffene, erhöht liegende Altarinsel mit dem Hauptaltar wurde dadurch näher an die Gläubigen herangerückt. Im Nordschiff wurde eine Marienkapelle für die Goldene Madonna eingebaut.

Jüngste bauliche Veränderungen waren der Bau der „Adveniat-Krypta“ genannten Westkrypta unter dem Atrium in den Jahren 1981 bis 1983, die Einrichtung der östlichen Kapelle im südlichen Seitenschiff als Erinnerungsstätte für den von den Nationalsozialisten ermordeten Nikolaus Groß 2004 und die Umgestaltung der Orgelempore beim Einbau der neuen Orgel im selben Jahr.