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Essener Dom in Leichter Sprache erklärt

Dompropst und Domschatzkammer haben eine neue Broschüre vorgestellt. Auf 32 Seiten werden der Dom und seine Kunstwerke in einer Sprache vorgestellt, die für möglichst viele Menschen verständlich sein soll.

 

Der Essener Dom kann ab sofort auch mit einem Heft in Leichter Sprache erkundet werden. Dompropst Thomas Zander, der Leiter Museumspädagogik und Besucherservice der Domschatzkammer, Rainer Teuber, und der Vorsitzende des Münsterbauvereins, Arnd Brechmann, haben die Broschüre am Mittwoch, 18. Oktober, in der Domschatzkammer vorgestellt. Auf 32 farbigen Seiten mit vielen Fotos lädt das durch eine großzügige Unterstützung des Münsterbauvereins ermöglichte Heft zu einem Rundgang durch die Essener Kathedralkirche ein. Ein schematisch vereinfachter Grundriss zu Beginn erleichtert dabei die Orientierung. Anschließend beschreibt der Führer auf jeder Seite einen Aspekt oder ein Kunstwerk des Doms, jeweils illustriert mit einem passenden Bild. Angefangen von der Kardinal-Hengsbach-Statue auf dem Domhof über die Geschichte der Kirche bis hin zu den herausragenden Kunstwerken Goldene Madonna und Siebenarmiger Leuchter geht das Heft auf die wichtigsten Merkmale des Doms ein. Neben den Highlights der fast 1200 Jahre alten Kirche beleuchtet der Führer aber auch Kunstwerke, die üblicherweise nicht so sehr im Fokus stehen, wie die Statue des Heiligen Rochus mit dem Hund, der den Pest-Kranken versorgt und gerettet haben soll.

 

Neben dem klar strukturierten, übersichtlichen Aufbau des Hefts fällt die ungewöhnliche sprachliche Gestaltung auf. Der nach den Regeln des „Netzwerks Leichte Sprache“ verfasste Text ist durch kurze Sätze gekennzeichnet, die jeweils nur eine Aussage enthalten. Jeder Satz besteht aus den Gliedern Subjekt, Prädikat, Objekt. So heißt es in der Beschreibung der „Goldenen Madonna“: „Ein Stück weiter steht eine goldene Figur. Das ist Maria, die Mutter von Jesus. Sie hat Jesus auf dem Schoß. Madonna ist ein anderes Wort für Maria“. Passive Formulierungen vermeidet die Leichte Sprache ebenso wie Konjunktive; Fremd- und Fachwörter werden vermieden – oder erklärt. Deutschlandweit haben etwa zehn Millionen Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen Schwierigkeiten beim Verständnis der geschriebenen Sprache.

 

„Wir möchten möglichst allen Bevölkerungsgruppen die Schönheit, die historische und die spirituelle Dimension unseres Doms erschließen“, sagt Dompropst Thomas Zander. Deshalb sei der neue Domführer eine hervorragende Ergänzung zum bestehenden Informationsprogramm, damit keine Gruppe von der Teilhabe an diesem gemeinsamen historischen Erbe der Region ausgeschlossen werde.

 

„Unser Führer entstand in enger Zusammenarbeit mit der Firma Holtz & Faust Gbr aus Münster, die auf die Übersetzung von Texten in ,Leichter Sprache‘ spezialisiert ist“, erläutert Teuber, der auch die Redaktion der Broschüre verantwortet. „Durch die konsequente Einhaltung der geforderten Standards ist es gelungen, den Essener Domführer sowohl mit dem deutschen Siegel für gute Leichte Sprache als auch mit dem Europäischen Logo für einfaches Lesen zu versehen.“

 

Ab sofort ist der neue Kurzführer in Leichter Sprache für 1,50 Euro an der Kasse der Domschatzkammer erhältlich. (tr)