4 Grablegung Christi
In einer Wandnische der südlichen Außenmauer befindet sich eine Darstellung der Grablegung Christi. Hinter dem auf einer Tumba ausgestreckten Leichnam Christi stehen die Trauernden: In der Mitte der Jünger Johannes, der sich der Gottesmutter Maria in ihrem Schmerz annimmt, so wie es Christus ihm am Kreuz geboten hatte. “Sie ist jetzt deine Mutter!“ (Joh 19, 27). Die drei Frauen mit Salbgefäßen sind die drei Marien, die am Ostermorgen das leere Grab antreffen werden. Es sind die in kostbare Gewänder gehüllte Maria Magdalena, Salome und Maria, die Mutter des Jakobus (nach Mk 16,1). Nikodemus, am Kopf Christi stehend, und ihm gegenüber Josef von Arimathäa sind im Begriff, den Toten einzuhüllen, um ihn in das Grab zu legen. Diese beiden seitlichen Figuren sind vollplastisch ausgeführt, während es sich bei den hinteren Darstellungen um Halbfiguren handelt.
Die gesamte aus Sandstein gefertigte Figurengruppe mit Resten der originalen Bemalung wurde im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts von einem Kölner Meister geschaffen, dem sog. Meister der von Carben’schen Stiftung. Als die ursprünglich unter der Westempore aufgestellte Figurengruppe an den heutigen Ort übertragen wurde, erneuerte man die Tumba.
Die umgebende Nischenarchitektur mit den flankierenden Baldachinfiguren der Stiftspatrone Cosmas und Damian ist wesentlich älter. Sie gehört der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts an und umfing ursprünglich wohl eine Kreuzigungsgruppe.

