• XXX 9
  • XXX 9
  • XXX 9
  • XXX 9
  • XXX 9
  • XXX 9
  • XXX 9
  • XXX 9
  • XXX 9

Gottesdienst zum 75. Todestag des Seligen Nikolaus Groß

75 Jahre nach seiner Ermordung durch die Nationalsozialisten erinnert das Ruhrbistum am Donnerstag, 23. Januar, um 17.30 Uhr mit einem feierlichen Gottesdienst im Essener Dom an das Leben und den gewaltsamen Tod von Nikolaus Groß, dem einzigen Seligen des Bistums Essen. Bischof Franz-Josef Overbeck wird das Pontifikalamt leiten.

 

Der aus Hattingen-Niederwenigern stammende christliche Arbeiterführer, Bergmann, Journalist, Familienvater und Widerstandskämpfer war am 12. August 1944 im Zusammenhang mit dem Hitler-Attentat vom 20. Juli verhaftet worden. An dem Attentat selbst war Groß zwar nicht beteiligt, aber zu diesem Zeitpunkt bereits viele Jahre im Widerstand gegen den Nationalsozialismus engagiert. Spätestens seit 1942 arbeitete er mit Freunden und Wegbegleitern aus den christlichen Gewerkschaften, der KAB und der Zentrumspartei im „Kölner Kreis“ an Alternativen zum Nazi-Regime. Mitte Januar 1945 wurde Groß vom nationalsozialistischen „Volksgerichtshof“ unter dem Vorsitz von Roland Freisler zum Tode verurteilt und am 23. Januar in Berlin-Plötzensee erhängt.

 

Dank vieler engagierte Christen im Ruhrgebiet, gerade aus der Katholischen-Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), blieben Nikolaus Groß und seine Ideen auch nach seiner Ermordung unvergessen. Ab 1987 bereitete der erste Ruhrbischof Franz Hengsbach den aufwändigen Prozess der Seligsprechung des Widerstandskämpfers vor, der schließlich mit der Seligsprechung am 7. Oktober 2001 durch Papst Johannes Paul II. in Rom vollendet wurde.

 

Groß ist damit der einzige Selige des 1958 gegründeten Bistums Essen. An vielen Orten des Ruhrbistums wird sein Andenken gepflegt, unter anderem in seiner Taufkirche St. Mauritius in Hattingen-Niederwenigern und im benachbarten Nikolaus-Groß-Haus. In der rechten Seitenkapelle des Essener Doms ist der letzte von insgesamt 29 Briefen dokumentiert, die Groß aus der Gefangenschaft an seine Frau und die sieben Kinder geschrieben hat. Zwei Tage vor seiner Hinrichtung verabschiedet er sich darin von seiner Familie mit den Worten: „Auf Wiedersehen in einer besseren Welt“.